In den nächsten Wochen werden wir eine Reihe von Artikeln veröffentlichen, in denen die Spitzenfunktionen der HERO7 Black im Einzelnen erklärt werden. Sie wurden geschrieben von den Menschen, die die Kamera am besten kennen: von unseren Entwicklern und den Produktmanagern. Die folgenden Worte und Fotos stammen vom Engineering-Werkzeugspezialisten und Guru für Nacht- und Zeitrafferaufnahmen Shreenivasan Manievannan.

 

Nachtfoto-Modus: Ein Einstieg in Aufnahmen mit langer Belichtungszeit und Astrofotografie bei schwachem Licht

Mit der leistungsstarken HERO7 Black sind Aufnahmen mit langer Belichtungszeit und bei schlechten Lichtverhältnissen einfacher als je zuvor. Es sind höhere ISO-Optionen als beim Vorgängermodell verfügbar, um dunkle Sternenhimmel im Nachtfoto-Modus aufnehmen zu können.

Im Unterschied zum normalen Fotomodus kann der Benutzer beim Nachtfotomodus eine längere Verschlusszeit als 1/125-Sekunde auswählen. Darüber hinaus kann die Kamera bis zu 30 Sekunden lang belichten, was mit dem normalen, auf handgeführte Aufnahmen unterwegs ausgerichteten Fotomodus nicht möglich ist.

Tipps für die Aufnahme der dunklen Seite(n) des Mondes

  1. Dunkler Himmel ohne Mond: Wenn du unter einem dunklen Himmel fotografierst, ohne Mond und Vordergrundbeleuchtung, belichte die Aufnahme 30 s bei ISO 1600.
    Schalte außerdem Protune und RAW ein, um später die Möglichkeit zur weiteren Nachbearbeitung zu haben. So kannst du dein Foto kreativ gestalten und bestimmte Details verbessern.
  2. Dunkler Himmel mit einem blassen, abnehmenden Mond: Wenn du gegen den Mond fotografierst, belichte die Aufnahme 30 s lang bei ISO 1600. Nicht vergessen: Nimm mit RAW auf, um später bei Bedarf Details verbessern zu können.
    Wenn du mit dem Mond im Rücken fotografierst, belichte bei ISO 800 30 s lang oder bei ISO 1600 15 s lang, wenn eine kürzere Dauer erforderlich ist. Je nachdem, wie viel Licht die Landschaft reflektiert (Sand und Schnee sind z. B. stark reflektierende Oberflächen), musst du möglicherweise später Lichtpunkte abschwächen.
  3. Dunkler Himmel mit einem hellen Mond: Diese Einstellung erfordert, dass du die Szene genau beurteilst. Achte besonders auf Bereiche mit hohem Kontrast.
    Wenn viele Schatten vorhanden sind, belichte die Aufnahme 20 s bei ISO 800 (oder ISO 1600 für 10 s, wenn du eine kürzere Verschlusszeit benötigst).
    Wenn die Beleuchtung hell und gleichmäßig ist, belichte 15 s bei ISO 800. Oder wenn du eine bessere Bildqualität erreichen möchtest, belichte bei ISO 400 30 s lang.
  4. Die Skyline: Für Szenarien mit schwachem Licht wie Stadtansichten sind keine so hohen ISO-Einstellungen erforderlich, solange eine gewisse Bewegungsunschärfe bei Objekten im Vordergrund für dich in Ordnung ist. Verwende in diesem Fall eine niedrige ISO-Einstellung, um die maximale Bildqualität zu erfassen.
    Wenn du keine Bewegungsunschärfe wünschst, entscheide dich für den normalen Fotomodus und verwende eine kürzere Verschlusszeit mit einem ISO-Wert von bis zu 3200. Aber Vorsicht: Der Kompromiss kann zu einer qualitativ minderwertigen Bildqualität führen.
  5. Mach dir dein eigenes Licht: Eine kreative Beleuchtung ist bei vielen Schatten im Bild immer hilfreich. Setze direktes Licht von einem Blitzlicht ein, um ein Motiv aufzuhellen, oder decke die Lampe mit einem Tuch ab, um das Licht zu streuen und eine weichere, gleichmäßigere Beleuchtung zu erzielen. Profitipp: Experimentiere mit Dauer, Ort und Konzentration der Beleuchtung.

Vorteile von RAW-Aufnahmen

Wenn du RAW in Protune aktivierst, speichert deine GoPro zwei Dateien: eine im JPEG-Format und eine im GPR-Format. GPR ist das Allzweck-RAW-Format von GoPro. Diese Datei enthält im Vergleich zur regulären JPEG-Datei mehr Daten und ist das optimale Format, wenn du vorhast, deine Fotos nachzubearbeiten. Die Aktivierung der RAW-Funktion ist ideal für Aufnahmen im Nachtfotomodus, insbesondere bei hohen ISO-Einstellungen und langen Verschlusszeiten, da dadurch die Details erhalten bleiben, wenn bei der Nachbearbeitung Bildrauschen reduziert wird. 

Langzeitbelichtung mit Neutralfiltern

Mit einem Neutralfilter (ND) im Nachtfotomodus kann das Licht um das 2^n-Fache verringert werden, daher die Verlängerung der Verschlusszeit, um mehr Bewegungsunschärfen zu erfassen. Diese Technik sorgt für eine gleichmäßige, lange Belichtung bei Szenen mit fließendem Wasser oder sorgt für lange Lichtspuren bei bewegten Lichtern.
Profitipp: Wenn du einen ND-Filter verwendest, stelle sowohl die min. als auch die max. ISO-Einstellung auf 100 ein, um eine erstklassige Bildqualität zu erzielen. Dann verwendet deine GoPro die längstmögliche Verschlusszeit und ermöglicht traumhafte Landschaftsbilder.
Du solltest allerdings beachten, dass wenn der Verschluss in Protune auf „AUTO“ eingestellt ist, der maximale ISO-Wert bei 800 liegt und die Verschlusszeit auf 10 s begrenzt ist. Dies führt fast immer zu einer unterbelichteten Aufnahme. Wir empfehlen dir, den ISO-Wert zu sperren, um dies zu vermeiden. 

Weitere Tipps und Tricks findest du unter @shreeniclix auf Instagram.