Jetzt wird‘s super meta. Aber nicht im selbstreferenziellen, „das ist so meta“-Sinn, der seit den früheren 2010er-Jahren (nach dem Kinostart von „Inception“) in aller Munde ist. Wir sprechen von „meta“ speziell im Hinblick auf Metadaten – d. h. Daten über Daten.

Anfang 2017 stellte GoPro das GoPro Metadata Format vor, mit dem Metadaten aus GoPro Videos Open-Source wurden – und unter anderem Telemetrie, Temperatur, Bildbelichtung und Verschlusszeit in einem dedizierten MP4-„Track“ gesammelt werden (ähnlich einem Audio- oder Video-Track in der entsprechenden Datei). Ende 2017 haben wir den GP1, den ersten speziellen Verarbeitungschip von GoPro, eingeführt, und die HERO6 Black schöpfte die Möglichkeiten von Metadaten weiter aus.

Und im Jahr 2018 schließlich *Trommelwirbel bitte* haben wir diese Meta-Dynamik mit der HERO7 Black weiter genutzt – die erste GoPro, die sowohl mit Szenenerkennung als auch verbesserter Gesichts- und Lächelerkennung aufwarten kann. Diese Upgrades helfen nicht nur beim automatischen Weißabgleich (AWB), der Farbwiedergabe und Farbkorrektur, sondern sie verbessern auch die automatische Bearbeitung für QuikStories.

Um das Ganze etwas greifbarer zu machen, haben wir die GoPro Experten um ein Szenario gebeten, in dem die Benutzer die Vorteile deutlich bemerken – und was wäre für die wasserdichte HERO7 Black dafür besser geeignet als Unterwasseraufnahmen?

Die folgenden Aussagen stammen von Firmware-Architekt Anandhakumar Chinnaiyan, der am Hauptsitz von GoPro in San Mateo (Kalifornien) tätig ist, und  Algorithmus-Ingenieur Adrien Cariou, der für GoPro in Paris arbeitet.

Unter Wasser: Metadaten + automatischer Weißabgleich

Bereits ab dem ersten Tag spielten Unterwasserfotos und-videos eine große Rolle bei GoPro. Und beginnend mit der HERO5 scheuten wir keine Mühen, damit du auch unter Wasser mit nie da gewesener Leichtigkeit aufnehmen kannst. Das bedeutet, dass keine farbkorrigierenden Tauchfilter mehr nötig sind – und weniger erforderliche Ausrüstung bedeutet weniger Ausrüstung, die man vergessen kann.*

Aus Sicht eines Bildingenieurs wirkt Wasser wie ein blauer Filter, der das meiste rote Licht schluckt. Mit zunehmender Tiefe verstärkt sich dieser Effekt: Je tiefer getaucht wird, desto weniger rotes Licht trifft auf den Sensor. Der Umgang mit diesen fehlenden roten Lichtanteilen gehört zu den größten Herausforderungen, die unser AWB-Algorithmus zu bewältigen hat.

Früher wurde der AWB nach der Farbanalyse der Szene angewendet. Dieser Ansatz kann allerdings zu einem kniffligen Fehler führen, der als „Metamerie“ bezeichnet wird. Metamerie tritt auf, wenn eine Farbe abhängig von der Lichtquelle auf unterschiedliche Weise wahrgenommen wird. Ein gelbes Farbfeld beispielsweise scheint bei Sonnenlicht genau die gleiche Farbe zu haben wie ein grünes Farbfeld unter einer künstlichen Lichtquelle mit warmem Licht. Die Ursache: das menschliche Gehirn und seine unterschiedlichen Wahrnehmungen – wir denken nur selten (oder sogar nie) darüber nach, auf welche unterschiedlichen Arten unser Gehirn je nach Umgebungslicht Farben bewusst oder unbewusst anders interpretiert.   

Wird das menschliche Gehirn aus dieser Gleichung entfernt und stattdessen eine Maschine aufgefordert, diese Unterscheidungen vorzunehmen, gestaltet sich das Ganze schon schwieriger. AWB kann Metamerie nicht erkennen. Daher ist es besonders schwer, per AWB und automatischer Belichtung proaktiv Farbkorrekturen an Unterwasseraufnahmen vorzunehmen.

Hier kommt die HERO7 Black mit GP1-Chip und erweiterten Metadatenfunktionen. Mit dieser GoPro beeinflussen Bildanalysen und Metadaten den automatischen Weißabgleich und die automatische Belichtung mit zunehmender Tiefe und weniger Licht, sodass die Inhalte direkt in der Kamera farbkorrigiert werden.

Diese Unterwasser-Szenenanalyse dient zwar als Lieblingsbeispiel bei GoPro, ist aber tatsächlich nur eines von sechs Szenarien, die von den Metadaten der HERO7 Black differenziert werden können. Die anderen sind Innenbereich, Stadt, Strand, Schnee und Vegetation.

Diese Szenenklassifizierungen werden mithilfe von Metadaten in den AWB-Algorithmus integriert und basieren auf der Analyse globaler Parameter wie beispielsweise der Belichtung, um genauere, natürlichere Farben in den Aufnahmen der GoPro zu ermöglichen.

Schau dir die HERO7 Black hier an und erfahre mehr über Open-Source-Metadaten.    

*Profitipp für den Tiefseetauchgang: Für alle Unterwasserfans unter euch, die tiefer als 10 m tauchen, gibt es viele Variablen, die wir nicht immer vorhersehen und korrigieren können – die Farbgebung des Wassers, veränderte Lichtverhältnisse und die Übertragung. In einem solchen Fall kann ein Tauchfilter weiterhin erforderlich sein.